Klassifizierungen im Bordeaux

Das Ziel einer Klassifizierung ist es, die Qualität des Weins und damit
den Status des Weinguts (Château, Domaine) festzustellen. Damit eine
Klassifizierung ihren Wert erfüllt, sollte sie auf Basis einer regelmässi-
gen Bewerung der Weinqualität, in bestimmten Zeitintervallen aktu-
alisiert werden. Dann stellt sie eine  gute Orientierung für den Wein-
liebhaber beim Kauf  von Wein dar, was ein weiteres und erklärtes Ziel
der Klassifizierung ist. Für das Bordeaux sind folgende Aspekte zu be-
rücksichtigen.

Die Klassifizierungen sind historisch gewachsen, daher gibt es kein
einheitliches
System im Bordeaux. Es gibt mehrere Klassifizierun-
gen, die sich auf definierte Regionen bzw. Appellationen beziehen. Aus-
serdem wurden einige Systeme seit ihrer Einführung nicht geändert,
d.h. sie sind statisch. Bei einigen dynamischen Klassifizierungen wurde
die regelmäßig vorgesehenen Änderungen aus rechtlichen Gründen
gar nicht, oder mit erheblicher zeitlicher Verzögerung vorgenommen.

Folgende Übersicht dient zur ersten Orientierung, weitere Informatio-
nen erhalten Sie auf den Folgeseiten und in unseren Seminaren.

Linkes Ufer (rive gauche)
- Médoc: Grands Crus Classés - Klassifizierung von 1855 (statisch)
- Médoc: Cru Bourgeois - Klassifizierung von 1932 bis 2006 (dynamisch)
- Sauternes & Barsac: Grands Crus Classés - Klassifizierung von 1855 (statisch)
- Graves: Grands Crus Classés - Klassifizierung von 1953  für Rotwein 
  (statisch) und 1959 für Weißwein (statisch)

Rechtes Ufer (rive droite)
- Saint-Emilion: Grands Crus Classés - Klassifizierung von 1954 (dynamisch)
- Pomerol: keine Klassifizierung!

Welche Aussagen lassen sich daraus ableiten und was sollte man beim Weinkauf bachten?

1. Die Klassifizierungen sind als Orientierung für den Weinkauf ge-eignet, auch wenn einige Weingüter ihrem Status nicht gerecht werden. Manche Systeme sind statisch und darin liegt das Problem für den Käufer: Nicht jeder Grand Cru ist sein Geld wert! Daher sollte man beim Kauf eines unbekannten Château die Klassifizierung und die Bewertung des Jahrgangs berücksichtigen.

2. Achten Sie auf den Zusatz "Classé", wenn es um Grands Crus geht. Gerade in Saint Emilion gibt es eine Fülle dieser Weine. Na-türlich kann man bei der Wahl einer Flasche Glück haben. Dennoch ist die Wahrscheinlichkeit, einen guten Wein unter den Grands Crus Classés zu finden, größer.

3. Leider gibt es bei den Klassifizierungen auch den Nachteil, dass hochklassifizierte Weine in der Regel auch teuer sind! Aber der Markt regelt den Preis und in klassischen Jahrgängen kann man so manchen Grand Cru Classé zu einem vernünftigen Preis er-werben.

4. Auch einer Probeverkostung eines guten Bordeaux vor dem Kauf sind Grenzen gesetzt. Sel-ten bekommt man außerhalb des Bordeaux die Möglichkeit Grands Crus zu verkosten, da sie dafür zu teuer sind. Außerdem sind diese Weine in jungen Jahren nicht trinkbar, denn sie fal-len in dieser Phase oft viel zu hart aus und entfalten sich nur verhalten. Man spricht in diesem Zusammen-hang von einem "verschlossenen Wein". Nur Experten ist es möglich, das Potential eines jungen Bordeaux zu beurteilen, da sie da-rauf trainiert sind und wissen, worauf sie achten müssen. Da große gereifte Grands Crus in der Regel auch rar und sehr teurer sind, werden sie in Degustationenn nur selten angeboten.

Weinkonzil bietet Ihnen diese Gelegenheit. Sie erhalten außerdem weitere Hinwei-se und Tips für den Kauf von Bordeauxweinen.

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