Jahrgänge 2000-2009

In der Übersicht der Jahrgänge 2000-2009 findet man eine Kurzbeschreibung eines jeden Bordeauxjahrganges in dieser Zeitspanne.

Ein sensationelles Bordeauxjahr! Die Weine wurden in der Subskription zu einem, für damalige Verhältnisse, sehr hohen Preisniveau lanciert. Bestimmt spielte auch die Mystik des Jahrgangs eine Rolle,

Aber diejenigen, die die Preise für überzogen hielten, waren im Irrtum. Die Weine vom linken und rechten Ufer sind sensationell gut, sehr komplex, dicht und tief, mit viel Tannin und Säure ausgestattet. Da sie für lange Lagerung ausgelegt sind, einige von ihnen vielleicht für eine Ewigkeit, benötigen sie mindestens 10-15 Jahre Lagerzeit.

Die großen Weine vom linken Ufer sind immer noch verschlossen und streng, die großen Weine vom rechten Ufer sind etwas zugänglicher. Weitere Lagerung lohnt sich in jedem Fall. Ferner sind die Preise für diesen Jahrgang, im Vergleich zu dem Preisniveu der Jahre 2009 und 2010, immer noch von Interesse für Ankäufe. Erstens weil die großen Weine sehr gutes Lagerpotential aufweisen, aber dennoch früher Trinkreife haben werden, als die Weine aus neueren Jahrgängen. Zweitens weil bei diesem Jahrgang mit einer beständigen Wertentwicklung zu rechnen ist. 

Die beiden Jahrgänge sind wesentlich besser als angenommen und die Preise liegen immer noch auf einem sehr interessantem Niveau. Das der Jahrgang 2001 besser sei als 2002 , wie es von einigen bekannten Quellen behauptet wird, kann nach kritischer Prüfung, nicht bestätigt werden. Die gängigen Bewertungen sind bei der Entscheidung welcher Jahrgang eines bestimmten Weins nun der bessere ist, auch nicht immer hilfreich, da sie zum Teil ein falsches Bild zeichnen.

In 2001 sind sind z.B. Poujeaux (Moulis), Sociando Mallet (Haut-Médoc), Montrose (St-Estèphe), Léoville Barton (St-Julien), Pichon Comtesse de Lalande (Pauillac), Figeac (St-Emilion) besser.

In 2002 sind z.B. Mouton Rothschild (Pauillac), Léoville Poyferré (St-Julien), Cos D´Estournel (St-Estèphe), Domain de Chevalier (Pessacéognan), La Mission Haut Brion (Pessac-Léognan) nicht nur besser, sondern geradezu sensationell!

Für die Mehrzahl der Gands Vins ist dennoch richtig, dass die Weine aus dem Jahrgang 2002 etwas schneller reifen. Was den Stil angeht, so sind die Jahrgänge vergleichbar, wobei die Weine aus 2001 etwas fester, die aus 2002 etwas weicher wirken und zugänglicher sind. Beide sind im klassischen Stil bereitet. Wer große Bordeauxweine zu einem fairen Preis erleben will, der sollte nach diesen beiden Jahrgängen Ausschau halten.

Das bisher heißeste Jahr der letzten 20 Jahre blieb nicht ohne Folgen für das Bordeaux, denn es ist ein heterogenes, polarisierendes und untypisches Weinjahr. In vielen Appellationen litten die Reben an Trockenstress und entwickelten, durch die intensive Sonneneinstrahlung in Verbindung mit der Hitze, Röst- und Marmeladennoten, manche sogar kalifornischen Züge.

Châteaux in kühleren Regionen wie dem Médoc, Moulis, Listrac, Pessac-Léognan oder im Hinterland abseits der Flüsse kamen mit der Hitze besser zurecht und produzierten sehr gute Weine. Auch die Terroirs, die Lehm oder Ton aufweisen, der die Feuchtigkeit speichert, wie dem Médoc oder dem St-Estéphe, lieferten qualitativ hochwertige Weine.

Die Preise für den Jahrgang sind dennoch überzogen, der Stil bezogen auf die Mehrzahl der Châteaux ist untypisch für das Bordeaux. Unklar ist auch, wie sich die Hitze auf die Lagerfähigkeit der Weine auswirken wird, da es kein vergleichbares Jahr im Bordeaux gibt. Einige Weine sind in der Entwicklung bereits weit vorangeschritten, daher sollte man besser von kürzeren Reifezeiten ausgehen als sonst. Ausgenommen davon sind die besten Weine des Jahrgangs, z.B. Cos D´Estournel, Montrose, Pichon-Longueville, Pontet Canet, Clerc Milon, Léoville Poyferré, Angelus, u.a.

Ein völlig unterbewertetes Bordeauxjahr, das zu Unrecht im Schatten von 2003 und 2005 steht. Das Jahr lieferte sensationelle, klassische, auf lange Lagerfähigkeit ausgelegte Weine, die neben Aromatik, Komplexität und einer beeindruckenden Frische, viel Spannung bieten.

Wem die Weine aus 2001/2002 zu leicht erscheinen, der sollte sich an 2004 orientieren, denn sie sind sind konzentriert ohne schwer zu wirken. Die in unseren Seminaren bisher verkosteten Grands Crus aus diesem Jahrgang waren alle hervorragend. Sie waren lange Zeit nicht ausgereift und benötigten 10 Jahre Flaschenreife, auch wenn einige schon in jungen Jahren Spaß machten, wenn man den jugendlichen Charme der Weine erleben wollte.

Die Preise für den Jahrgang sind immer noch sehr attraktiv und daher gilt aus unserer Sicht, bezogen auf die Qaulität der Grands Crus aller hier vorgestellten Jahrgänge: “best by”!

Ein hervorragendes Weinjahr im Bordeaux mit perfekten Wetterbedingungen!

Sowohl auf dem linken, als auch auf dem rechten Ufer wurden große Weine produziert, die für eine lange Lagerung ausgelegt sind. Sie sind aromatisch, konzentriert, einfach rund, mit viel sehr feinem Tannin ausgestattet und schon fast zu perfekt, denn es fehlt im Moment etwas an Spannung.

Die Weine aus 2005 waren bereits in der Jugend erstaunlich zugänglich und gut trinkbar, derzeit allerdings sind sie verschlossen und benötigen 10-15 Jahre Flaschenreife, manche großen Gewächse bis zu 30 Jahren, wie in anderen außergewöhnlichen Jahrgängen auch.

Wer Weine ohne Ecken und Kanten schätzt, der wird an diesem Jahrgang seine Freude haben. Leider sind die Preise in den letzten Jahren beständig angestiegen, denn bedingt durch das hohe Subskriptionsniveau für 2009 und 2010 ist die Nachfrage nach diesem Jahrgang sehr groß. Das Subkriptionsniveau von 2005 war damals das höchste, gefolgt von dem Jahrgang 2000!

Ähnlich wie 2004, stand auch 2006 etwas im Schatten von 2005. Die Preise für die Weine aus dem Jahr 2005 erklommen Rekordniveau und die Weine aus dem “kleineren” Jahrgang 2006 wurden im direkten Vergleich zu teuer lanciert. Aus diesem Grund kamen sie dann zum Teil unter dem Subskriptionsniveau auf den Markt.

Sie sind im klassischen Stil bereitet und für lange Lagerung ausgelegt, daher muss man bis zur Trinkreife bei den Grands Vins von ca. 10 Jahren ausgehen. Die Weine sind im Stil vergleichbar mit 2004, wobei es in 2006 im Durchschnitt etwas wärmer war. Sie wirken in einem direkten Vergleich noch konzentrierter, fester und sind derzeit etwas dunkler in der Aromatik, was auch durch die kürzere Reifezeit bedingt wird.

Weitere Fortschritte im An- und Ausbau führen in Summe dazu, dass viele Gewächse auf einem noch höheren Niveau als in 2004 liegen. Erst jetzt beginnt man zu realisieren, wie gut die Weine tatsächlich sind und wie im Jahr 2004 wurden viele von ihnen unterschätzt und unterbewertet. Wenn der Peis stimmt, dann lohnt in jedem Fall ein Kauf von Grands Crus, man muss nur Geduld bis zur Trinkreife bis mindestens 2015 mitbringen.

Der Jahrgang 2007 ist ein kleiner Jahrgang im Bordeaux.

Es war ein schwieriges Jahr mit viel Regen und Feuchtigkeit, so das die Reben regelmäßig gegen Schimmelbefall behandelt werden mussten.

Abweichend von der üblichen Reifezeit von 7-10 Jahren, sind die Weine früher trinkreif und nicht für lange Lagerung ausgelegt, von einzelnen Ausnahmen abgesehen. Das kann durchaus als Vorteil angesehen werden und daher ist es Jahrgang zum genießen, nicht zum lagern.

Sind die Weine gut ausgefallen, dann sind sie zugänglich und angenehm zu trinken. Die bekannten Châteaux haben auch in diesem Jahr ihr Bestes gegeben, daher sind sie in der Regel gut. Dennoch sollte man kritisch und wählerisch sein und vor dem
Ankauf einer größeren Menge probieren.

Leider waren die Preise daür, das es sich um einen kleinen Jahrgang handelt, zu hoch taxiert. Im Markt findet man daher nun Positionen zum Teil unter dem Subskriptionsniveau. Achten Sie daher auf den Preis.

Der Jahrgang 2008 ist ein klassischer Bordeauxjahrgang, vergleichbar mit 2004 und 2006. Die Geschichte des Jahrgangs ist interessant, denn die Wetterbedingungen waren nicht ideal wie in 2005, aber insgesamt sehr gut.

Dennoch hatte man keine großen Erwatungen an den Jahrgang und war dann sehr überrascht, als die Weine deutlich besser ausfielen als erwartet! Die kühlen Nächte in Verbindung mit vielen Sonnenscheinstunden sorgten für säurereiche, frische Rot- und Weißweine.

Die Weine fallen konzentriert, harmonisch und ausgewogen aus. Durch diese Faktoren in Verbindung mit hohen Säuregehalten handelt es sich um klassiche Bordeauxweine mit gutem Lagerpotential und einer großen Zukunft.

Sie wurden sehr günstig im Markt angeboten, günstiger als der Jahrgang 2007, die Preise lagen auf dem Niveau von 2004. Auch wenn die Preise im Markt gestiegen sind, ist der Jahrgang 2008 immer noch sehr attraktiv und einen Kauf wert, da vergleichbare Qualitäten aus anderen Jahren teuerer sind und die Jahrgänge 2009 und 2010 auf einem viel höheren Preisniveau liegen. Das es sich um einen klassischen Bordeauxjahrgang handelt, sollte man von ca. 7-8  Jahren Flaschenreife bei den Weinen vom rechten Ufer und 10 Jahren bei denen vom linken Ufer ausgehen.

Diese Jahrgangstyp kommt im Bordeaux sehr selten vor, zuletzt 1982. Er zeichnet sich dadurch aus, dass er konzentrierte, fruchtige, früh zugängliche, hedonistische Weine hervorbringt, die dennoch lange lagerfähig sind und ein großes Entwicklungspotential aufweisen. Das bedeutet, dass diese Weine im Vergleich zu dem tyischen klassischen Stil des Bordeaux, paradoxe Eigenschaften und Tendenzen in sich vereinen.

Obwohl viele der bekannten Châteaux tatsächlich große Weine hervorgebracht haben, ist der Preisanstieg in Vergleich zum Vorgängerjahrgang durch das hohe Qualitätsniveau allein nicht zu erklären. Dieser liegt vielmehr in der gestiegenen Nachfrage an großen Weinen aus dem Bordeaux in Asien, vor allen Dingen in China, aber auch Osteuropa begründet. Zudem wurden die zugeteilten Mengen für Amerika und Europa reduziert, was der Preisentwicklung zusätzlichen Auftrieb gab.

Die lancierten Preise bei der Markteinführung des Jahrgangs sind die bisher höchsten in der Geschichte des Bordeaux! Höher als 2005 und auch 2010, obwohl die Subskriptionspreise für den Jahrgang 2010 auf ähnlichem Niveau wie 2009 lagen.

Die Weine zeichen sich durch enorme Kraft, Fülle und Würzigkeit aus. Auch wenn sie wie gesagt früh zugänglich sind, lohnt sich bei den Grands Crus die Lagerung in jedem Fall, da sie sich weiterentwickeln und die Komplexität zunehmen wird. Die Lagerfähigkeit ist sehr hoch, die Châteaux der besten Gewächsen geben 30-50 Jahre an!

Wie so oft im Bordeaux wird das die Zeit zeigen.